Fiktives Rechenbeispiel

200 Stunden gewonnen. Welche Wirkung entsteht daraus?

Ein Unternehmen bearbeitet monatlich 1’000 vergleichbare Vorgänge. Mit einer angenommenen KI-unterstützten Arbeitsweise sinkt der Aufwand von 20 auf acht Minuten je Vorgang. Die acht Minuten enthalten die weiterhin notwendige Kontrolle und durchschnittliche Nacharbeit. Rechnerisch werden damit 200 Stunden pro Monat frei.

Was folgt daraus für das Geschäft? Das hängt davon ab, wie sich die Zeit verwenden lässt, welche Ausgaben tatsächlich sinken und ob zusätzliche Nachfrage vorhanden ist.

Alle Zahlen auf dieser Seite sind fiktive Modellannahmen. Das Beispiel beschreibt keine gemessene KI-Leistung und keine erzielten Kundenergebnisse. Es zeigt, weshalb Zeitgewinn, Ausgabenreduktion und zusätzliches Geschäft jeweils eine eigene Rechnung brauchen.

Die Ausgangslage und ihre Annahmen

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Fiktive Modellannahmen
Eingangsgrösse Fiktive Annahme
Vergleichbare Vorgänge pro Monat 1’000
Aufwand vorher 20 Minuten je Vorgang
Aufwand nachher 8 Minuten einschliesslich Kontrolle und durchschnittlicher Nacharbeit
Geeignete Vorgänge und tatsächliche Nutzung Jeweils 100 Prozent
Qualität und Leistungsumfang Vergleichbar mit der bisherigen Arbeitsweise
Interner Vollkostensatz als Bewertungsmassstab CHF 70 je Stunde
Zusätzliche laufende Ausgaben CHF 1’500 pro Monat
Einmalige zusätzliche Auszahlung CHF 12’000

Die laufenden CHF 1’500 stehen im Modell für die zusätzlichen Ausgaben für Betrieb und Betreuung der KI-Unterstützung. Auftragsabhängige variable Kosten werden separat ausgewiesen; in Variante C kommen dafür CHF 3’600 pro Monat hinzu. In einem realen Vorhaben müssen sämtliche Zusatzkosten vollständig erfasst werden. Zusätzliche interne Arbeit beansprucht ebenfalls Kapazität, auch wenn sie keine weitere Auszahlung auslöst.

200 Stunden Kapazität nachvollziehbar berechnen

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Berechnung von Zeitgewinn und Kapazitätswert
Rechenschritt Rechnung Ergebnis pro Monat
Arbeitszeit vorher 1’000 × 20 Minuten ÷ 60 333,33 Stunden
Arbeitszeit nachher 1’000 × 8 Minuten ÷ 60 133,33 Stunden
Nettozeitgewinn 1’000 × 12 Minuten ÷ 60 200 Stunden
Rechnerischer Kapazitätswert 200 Stunden × CHF 70 CHF 14’000

CHF 14’000 ist ein fiktiver Kapazitätswert. Eine Ausgabenreduktion in dieser Höhe ist damit nicht belegt. Dafür müsste eine konkrete Rechnung, Lohnzahlung oder andere Ausgabe tatsächlich geringer werden.

Auch die nutzbaren Stunden brauchen einen Nachweis: Verteilte Minuten, unterschiedliche Qualifikationen und unpassende Einsatzzeiten können begrenzen, was sich mit dem Zeitgewinn erreichen lässt.

Drei alternative wirtschaftliche Verwendungen

Die folgenden Varianten setzen denselben Zeitgewinn voraus, unterscheiden sich aber in Kostenbasis und Verwendung. Sie sind Alternativen und werden nicht addiert. Für alle drei werden CHF 1’500 zusätzliche laufende Ausgaben pro Monat angenommen.

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Alternative monatliche wirtschaftliche Verwendungen
Monatliche Grösse A: freie Kapazität B: externe Ausgaben sinken C: zusätzliche Aufträge
Verwendung der 200 Stunden 200 Stunden bleiben finanziell ungenutzt 80 externe Stunden entfallen; 120 interne Stunden bleiben frei 160 Stunden für Zusatzaufträge; 40 Stunden bleiben frei
Tatsächlich sinkende Ausgaben CHF 0 CHF 5’600 CHF 0
Zusätzlicher Umsatz CHF 0 CHF 0 CHF 10’000
Zusätzliche nichtpersonelle variable Kosten CHF 0 CHF 0 CHF 3’600
Zusätzliche laufende Ausgaben ≈ 21,4 StundenRechnerisches Kostenäquivalent · CHF 1’500 bei CHF 70 je Stunde CHF 1’500 CHF 1’500
Laufender operativer Mehrbeitrag ≈ −21,4 StundenRechnerisches Äquivalent · CHF −1’500 bei CHF 70 je Stunde CHF 4’100 CHF 4’900

Fiktiver Monatsvergleich · derselbe Zeitgewinn von 200 Stunden

Drei Verwendungen, drei getrennte Ergebnisse

A · Freie Kapazität

200 Stunden freiCHF −1’500 ≈ −21,4 Stunden Kostenäquivalent

B · Externe Ausgaben sinken

CHF 4’100

C · Zusätzliche Aufträge

CHF 4’900

A: Die Zeit wird frei, Ausgaben und Umsatz bleiben gleich

Die Mitarbeitenden bleiben beschäftigt, die bestehenden Personalkosten unverändert. Es werden keine zusätzlichen Aufträge verkauft. Damit entsteht zunächst ein monatlicher Mehraufwand von CHF 1’500.

Die freie Zeit kann dennoch einen Zweck erfüllen, etwa bessere Betreuung oder geringere Belastung. Solche Ziele brauchen passende Messgrössen und eine bewusste Budgetentscheidung. Sie erhalten in dieser Rechnung keinen erfundenen Geldwert.

B: Eine tatsächlich bezahlte externe Leistung entfällt

In dieser alternativen Kostenkonstellation werden bisher 80 der eingesparten Stunden extern eingekauft. Wenn diese Stunden tatsächlich nicht mehr berechnet werden, sinkt die Rechnung bei einem angenommenen Rechnungssatz von CHF 70 um CHF 5’600.

Nach den zusätzlichen laufenden Ausgaben verbleiben CHF 5’600 − CHF 1’500 = CHF 4’100 pro Monat. Weitere 120 Stunden werden intern frei. Ihr Kapazitätswert wird nicht nochmals als finanzieller Ertrag angerechnet.

Der externe Rechnungssatz und der interne Vollkostensatz sind zwei unabhängige Annahmen. Dass beide hier CHF 70 betragen, begründet keine Gleichwertigkeit. Mindestabnahmen oder Vertragsfristen könnten verhindern, dass die externe Ausgabe sofort sinkt.

C: Freie Kapazität ermöglicht zusätzliche Aufträge

Für diese Variante werden 40 zusätzliche Aufträge zu je CHF 250 angenommen. Jeder Auftrag benötigt vier interne Arbeitsstunden und CHF 90 zusätzliche nichtpersonelle variable Kosten.

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Rechnung der zusätzlichen Aufträge in Variante C
Rechenschritt Ergebnis pro Monat
Zusätzlicher Umsatz: 40 × CHF 250 CHF 10’000
Verwendete Kapazität: 40 × 4 Stunden 160 Stunden
Verbleibende freie Kapazität 40 Stunden
Zusätzliche variable Kosten: 40 × CHF 90 CHF 3’600
Laufender Mehrbeitrag: CHF 10’000 − CHF 3’600 − CHF 1’500 CHF 4’900

Die bisherigen internen Personalausgaben bleiben im kurzfristigen Vergleich gleich. Sie werden deshalb nicht nochmals als zusätzliche Auszahlung abgezogen. Die Aufträge müssen tatsächlich zusätzlich sein, bezahlt werden und sich mit der verfügbaren Kapazität erledigen lassen. Verdrängen sie bestehendes Geschäft, gehört dessen entfallender Beitrag ebenfalls in die Rechnung.

Für eine dauerhafte Angebots- und Preisentscheidung sind zusätzlich Vollkosten, alternative Kapazitätsnutzung und künftiger Personalbedarf zu prüfen. Der kurzfristige Mehrbeitrag allein begründet keinen langfristig tragfähigen Verkaufspreis.

Einmalige Auszahlungen und Zeitraum getrennt betrachten

Die einmaligen CHF 12’000 sind in den monatlichen Mehrbeiträgen noch nicht enthalten. Unter der Annahme von zwölf vollen Betriebsmonaten und Zahlungen im selben Zeitraum ergibt sich:

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Vereinfachte Zahlungsbetrachtung über zwölf volle Betriebsmonate
Vereinfachte Zahlungsbetrachtung A B C
Laufende Wirkung über zwölf Monate CHF −18’000 CHF 49’200 CHF 58’800
Einmalige zusätzliche Auszahlung CHF −12’000 CHF −12’000 CHF −12’000
Veränderung der Zahlungen über zwölf Monate CHF −30’000 CHF 37’200 CHF 46’800

Diese Modellrechnung berücksichtigt weder Anlaufzeit noch Zahlungsverschiebungen, Steuern oder Finanzierung. Sie ist keine Gewinnprognose und keine vollständige Liquiditätsplanung. Ein reales Vorhaben benötigt einen zeitlichen Verlauf von Nutzung, Kosten und Zahlungen.

Was soll die gewonnene Zeit ermöglichen?

Die rechnerisch freien Stunden können unterschiedlich eingesetzt werden. Welche Verwendung trägt, würden wir mit dem Unternehmen an echten Arbeitsfällen erproben.

Entlastung

Die gleiche Arbeit gelingt mit weniger Druck oder in kürzerer Zeit. Mehr Freizeit oder andere Vorteile für Mitarbeitende können ein bewusst gewähltes Ziel sein.

Prüffrage Kommt die gewonnene Zeit im Alltag tatsächlich als Freiraum an?

Lernen

Mitarbeitende wechseln zeitweise Aufgaben, verbessern einen Service oder entwickeln ein neues Angebot. Einarbeitung und Übung beanspruchen zunächst einen Teil der gewonnenen Zeit.

Prüffrage Welche Fähigkeiten und wie viel Lernzeit braucht die neue Aufgabe?

Zusätzliches Geschäft

Freie Kapazität kann zusätzliche Aufträge ermöglichen. Die 40 Aufträge aus Variante C benötigen monatlich 160 Stunden in den passenden Rollen.

Prüffrage Sind Nachfrage und Kapazität zum richtigen Zeitpunkt vorhanden?

Ein Zeitgewinn allein beantwortet noch nicht, welche dieser Möglichkeiten im Alltag funktioniert und für wen sie Wert schafft.

Was vor der Investitionsentscheidung geprüft wird

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Benötigte Nachweise vor einer Investition
Prüffrage Benötigter Nachweis
Wird wirklich Zeit frei? Vergleichbare reale Fälle, vollständige Bearbeitungszeiten einschliesslich Prüfung und Nacharbeit.
Bleibt die Leistung ausreichend gut? Vorab definierte Qualitätsanforderungen, Fehlerquote und Behandlung schwieriger Fälle.
Lässt sich die Zeit einsetzen? Tatsächliche Nutzung, passende Qualifikationen und organisatorische Verfügbarkeit.
Kann eine Ausgabe sinken? Konkrete Rechnung und veränderbare Vertrags- oder Einsatzbedingungen.
Gibt es zusätzliches Geschäft? Nachfrage, erzielbarer Preis, zusätzliche Kosten und Lieferfähigkeit.

Eine künftig vermiedene Neueinstellung wäre eine weitere, eigenständige Wirkung. Sie müsste mit einem belegten Personalplan verglichen werden und wird in diesem Beispiel nicht zusätzlich angerechnet.

In einer realen Prüfung müsste das Team die neue Arbeitsweise an repräsentativen Fällen erproben. Dazu gehören klare Prüfregeln, Unterstützung bei schwierigen Vorgängen und Rückmeldungen aus dem Alltag. Erfasst wird auch, bei welchem Anteil der geeigneten Vorgänge die Unterstützung tatsächlich genutzt wird. Die Geschäftsleitung legt fest, wie belegte freie Kapazität eingesetzt werden soll.

Der AI Value Blueprint verbindet das angestrebte Wirkungsziel mit solchen Nachweisen. So wird sichtbar, ob ein Vorhaben freie Kapazität, sinkende Ausgaben oder einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag ermöglicht. Wenn die Voraussetzungen fehlen, kann die passende Entscheidung auch Anpassung oder Stopp heissen.

Welche Wirkung soll Ihr Vorhaben erzielen?

Gemeinsam klären wir Ihre Ausgangslage, die gewünschte Veränderung und die Annahme, die vor der nächsten Investition geprüft werden sollte.

Die Wirkung Ihres Vorhabens besprechen

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